Study of Happiness

Gehören Hoffnung und Fortuna zur menschlichen Natur? Warum gibt es Lotterien, Goldwäscher, Las Vegas und die Börse? Birgt es Werte oder verbirgt man sich dahint­er, oder die Welt vor sich? Was macht es aus, das Glück? Weil man Glück weder kaufen noch verkaufen kann, weil jeder danach strebt und doch keiner richtig weiß wo Glück herkommt und wie es aussieht, mache ich mich auf die Suche nach Menschen die dem Glück ein Stück näher zu sein scheinen.

Ich traf Hans Glück aus Tübingen. Sein größtes Glück, so sagte er, ist seine Frau, die er vor über 30 Jahren geheiratet hat.

Hedito Sotobayashi überlebte am 6. August 1945 den Atombomben-abwurf. Es waren die letzten Tage des 2. Weltkrieges, als der damals 16-jährige in seiner Schule in Hiroshima gerade Chemieaufgaben löst. Anderthalb Kilometer entfernt detoniert eine Atombombe. Zunächst unter Trümmern und Leichen begraben, kann er sich später doch befreien und fliehen. Die meisten Menschen, die sich in so geringer Entfernung zum Ort der Detonation befunden hatten, starben entweder sofort an schwersten Verletzungen oder an der Strahlenkrankheit. Hedito Sotobayashi blieb verschont und studierte in Berlin, wo er bis heute lebt. Ich portraitierte ihn im Otto-Hahn Bau der Freien Universität  Berlin.

Das Glück ist von extremer Hässlichkeit umgeben. Der Campus der Erasmus-Universität Rotterdam gleicht einer Betonwüste. Der Soziologieprofessor Ruut Veenhoven, ein freundlicher Mann mit grauweißen Haaren. Veenhoven hat in den vergangenen 20 Jahren die World Database of Happiness aufgebaut. Eine einzigartige Sammlung von Forschungsergebnissen zur Lebenszufriedenheit von Menschen auf dem Planeten. 3000 Umfragen, 10000 Studien. Abgelegt in einer Vielzahl von Aktenordnern.

In Deutschland gibt es vier Menschen mit einer Konzession zum Goldwaschen. Einer von ihnen ist Achim Sommer. Der ehemalige Klarinettist ist seit 1995 auf Schatz­suche. Er machte vor wenigen Jahren den größten Goldfund Deutschlands im Fluss “Schwarza” in Thüringen.

Lutz Trabalski ist Großgewinnverwalter bei der Berliner Klassen-lotterie. Wer ein, zwei oder fünfunddreißig Millionen gewon­nen hat kann ihn in seinem kahlen Wilmersdorfer Büro besuchen und sich auf das neue Leben vorbereiten lassen.

Die wenig­sten Lottomillionäre haben eine leiseste Ahnung davon, was auf sie zukommt – denn nichts ist leichter, als mit dem vielen Geld unglücklich zu werden.

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